Neubau Studentenwohnheim und International House

Nachhaltiges Wohnen für Studierende mitten auf dem Unicampus, wir feiern virtuelles Richtfest

Studierende und als Gäste Forschende sitzen in einer begrünten und mit vereinzelten Laubbäumen bewachsenen Atriumanlage und genießen gemeinsam in regem Austausch einen lauen Sommerabend. Zu später Stunde verlassen die Letzten die Terrasse im natürlichen Gefälle und begeben sich in das hochwärmegedämmte und u.a. mit heimischem Fichtenholz gebaute Passivhaus. Umweltverträglich, rückbaubar, bezahlbar – die Bewohner des Hauses genießen ihre Individualräume und freuen sich auf eine erholsame Nacht.

Was nach der Utopie eines fernen Studierendenwohnheims mit International House klingt, wird auf dem naturwissenschaftlichen Campus Riedberg gerade Wirklichkeit. Zusammen mit der Stiftung zur Förderung der internationalen wissenschaftlichen Beziehungen der Goethe-Universität hat das Studentenwerk Frankfurt am Main die „Bauherrengemeinschaft IHCR“ gebildet, die Bauherrin und Eigentümerin dieses Projekts ist. Inmitten einer hervorragenden Institutslandschaft erhalten hier ab Sommer 2022 insgesamt 359 Studierende und 27 internationale Gastwissenschaftler die Möglichkeit, Campusnah ein nachhaltiges Zuhause zu finden.

Virtuelles Richtfest

Am Freitag, den 23. April und nach etwa einem Jahr Bauzeit, feierten wir bereits das Richtfest dieses außergewöhnlichen Projekts. Dass es sich hierbei auch um ein außergewöhnliches Richtfest handelte, ist aufgrund der aktuellen Lage leider unumgänglich. Statt in einer großen Runde mit vielen Gästen anzustoßen, konnten wir aber dank der voranschreitenden Digitalisierung ein virtuelles Richtfest mit allen Beteiligten und Interessierten feiern: digital, hier auf dieser Website und zusammen mit Wissenschaftsministerin Angela Dorn, Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir, Finanzminister Michael Boddenberg, Oberbürgermeister Peter Feldmann und dem Präsidenten der Goethe-Universität Frankfurt, Prof. Dr. Enrico Schleiff, die alle per Videobotschaft mit dabei waren.

Feierlicher Richtspruch

Ansprachen

Grußworte

Das Gebäude:

Das Haus selbst sticht neben dem guten Primärenergiefaktor als Passivhaus, das den KFW 40 Standard erfüllt, vor allem durch die Holzbauweise und den hohen Grad der Nachhaltigkeit hervor: Insgesamt werden 2.900 Kubikmeter heimisches Fichtenholz verbaut und auch viele Ausbauelemente, die Mineralwolldämmungen, die Holzfenster, der natürliche Bodenbelag etc. entsprechen dieser Maxime. So können 2.300 Tonnen CO² eingespart werden.

Auch das Gebäude selbst weist einige architektonische Besonderheiten auf: Die Holzbauweise ist vom Inneren des Gebäudes an Decken und Wänden der Individualräume sichtbar. Das vorgegebene natürliche Gefälle des Baugrundstücks ermöglichte die Planung in einer spannenden Split-level Struktur. Hier entstehen – wie selbstverständlich - Treffpunkte und Gemeinschaftsräume in jeder Etage. Konstruktiv wird das Erdgeschoss als Sockelgeschoss und die Treppenhäuser in Massivbauweise errichtet. Das Gästehaus befindet sich in der oberen Etage der Anlage und erhält dort eine begrünte Dachterrasse mit Blick auf die Frankfurter Skyline. Neben gemeinsam genutzten Gemeinschafts- und Musikräumen wird das Gebäude zudem u.a. im südlichen Bereich über einen überdachten Bereich für Außenveranstaltungen verfügen.

Daten und Fakten:

Das Studierendenwohnheim verfügt über 313 Einzelappartements mit ca. 20 m² Wohnfläche, zwei Mutter-Kind-Appartements mit ca. 31 m² und 44 Einzelzimmer mit ca. 12 m² in Wohngemeinschaften. Das Gästehaus besitzt 16 Einzelappartements mit ca. 20 m², 9 Doppelappartements mit ca. 30 m² und zwei Familienappartements mit ca. 50 m². Die Einzelappartements sind möbliert und verfügen über eine Küchenzeile und ein eigenes Duschbad. Die Wohngemeinschaften verfügen darüber hinaus über jeweils eine Gemeinschaftsküche mit angeschlossenem Wohnraum. Die Appartements der Stiftung sind mit Geschirrspüler, Mikrowelle, Besteck, Gläser und Geschirr voll ausgestattet. In den Doppelappartements und Familienappartements sind die Wohn- und Schlafbereiche getrennt. Die Miete beträgt bis 350 Euro warm für Studierende und ab 500 Euro für Gastforscher*innen.

Bei rund 38,5 Millionen Euro liegen die voraussichtlichen Gesamtkosten für das Bauprojekt. Davon trägt das Studentenwerk Frankfurt am Main rund 35 Millionen Euro und die Stiftung 3,5 Millionen Euro. Ein Darlehen von rund 12,6 Millionen Euro aus dem Landesprogramm „Studentisches Wohnen“, ein Zuschuss des Landes Hessen in Höhe von rund. 5,0 Millionen Euro, ein Zuschuss der Stadt Frankfurt am Main aus dem Förderprogramm „Studentisches Wohnen“ in Höhe von rund 3,8 Millionen Euro, ein KfW-Darlehen in Höhe von rund 8,0 Millionen Euro und Eigenmittel fördern das Projekt. Die Stiftung finanziert das Vorhaben aus ihrem Vermögen und sucht die Förderung durch Mäzene.

Blick auf die Baustelle

Die Holzrohbauarbeiten starteten zu Jahresbeginn und konnten aufgrund der Vorfertigung der Holzelemente in Windeseile durchgeführt werden. Die Timelapse zeigt den rasanten Baufortschritt von Januar 2021 bis März 2021.